E-Mail bleibt einer der häufigsten Angriffsvektoren für Cyberkriminelle. Klassische Bedrohungen wie Malware-Anhänge oder bekannte Spam-Muster lassen sich mit etablierten Technologien gut abfangen. Angriffsformen wie Business Email Compromise (BEC) oder Social-Engineering-Phishing entwickeln sich jedoch kontinuierlich weiter und sind zunehmend schwerer durch starre Filterregeln zu erkennen. Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Unternehmen die Frage, ob ein klassisches Secure Email Gateway (SEG) noch ausreicht oder ob Integrated Cloud Email Security (ICES) die bessere Wahl ist. Erfahren Sie in unserem Blogartikel, welche Stärken und Grenzen beide Ansätze jeweils haben und welcher der Ansätze der richtige für Sie ist.
E-Mail-Sicherheit verändert sich
Lange waren Secure Email Gateways der Standard in der E-Mail-Sicherheit. Mit der Verlagerung der E-Mail-Infrastruktur in die Cloud haben sich jedoch zwei Dinge verändert. Erstens bringen diese Plattformen inzwischen selbst recht leistungsfähige Sicherheitsfunktionen mit, und zweitens haben sich die Angriffsmethoden verschoben: Statt auf Schadsoftware in Anhängen setzen viele Angreifer heute auf Angriffe, die ohne klassische Payload auskommen.
Was ist ein Secure Email Gateway?
Ein Secure Email Gateway ist eine vorgeschaltete Filterinstanz, die sich zwischen dem Internet und dem internen E-Mail-Server befindet. Der gesamte ein- und ausgehende E-Mail-Verkehr wird über das Gateway geleitet, wofür in der Regel eine Anpassung der MX-Records notwendig ist. Das SEG prüft Nachrichten anhand von Signaturen, Reputationsprüfungen, Inhaltsfiltern, Sandboxing und Regelwerken, bevor sie überhaupt im Postfach des Empfängers landen.
Vorteile von Secure Email Gateways
Grenzen von Secure Email Gateways
Was ist Integrated Cloud Email Security (ICES)?
API-basierte Lösungen – häufig auch Integrated Cloud Email Security (ICES) genannt – verbinden sich direkt über die Schnittstellen von Cloud-Anbietern mit der E-Mail-Plattform, anstatt sich in den E-Mail-Fluss zu schalten. Dadurch lässt sich grundsätzlich ein breiteres Spektrum abdecken: eingehende, interne und ausgehende E-Mail-Kommunikation, abhängig von den vergebenen Berechtigungen.
Vorteile von Integrated Cloud Email Security
Grenzen von Integrated Cloud Email Security
Der wichtigste Unterschied
Der wichtigste Unterschied zwischen den einem SEG und ICES liegt weniger in der eingesetzten Erkennungstechnologie als im Zeitpunkt und Ort der Prüfung: vor der Zustellung am Gateway oder nach der Zustellung im Postfach. Dieser Unterschied wirkt sich unmittelbar auf das Risikoprofil aus, denn ein präventiver Schutzmechanismus reduziert die Angriffsfläche grundsätzlich stärker als ein reaktiver, da Bedrohungen im SEG-Modell den Nutzer gar nicht erst erreichen.
Eine kleinere Angriffsfläche ist ein Vorteil, der sich durch keine nachträgliche Erkennung vollständig kompensieren lässt. Hinzu kommt, dass in Szenarien, bei denen rechtliche Vorgaben zu Archivierung oder Verschlüsselung bestehen, ein SEG in der Regel ohnehin erforderlich ist. Ein SEG funktioniert zudem weitgehend unabhängig vom jeweiligen Cloud-E-Mail-Anbieter und reduziert damit die Abhängigkeit von dessen API-Verfügbarkeit und Berechtigungsmodell.
Fazit
Secure Email Gateways und Integrated Cloud Email Security verfolgen unterschiedliche Prinzipien, doch der Unterschied ist mehr als nur ein technisches Detail. API-basierte Lösungen punkten mit schneller Einführung und kontextbasierter Erkennung interner Kommunikation, bringen dafür aber strukturelle Schwächen mit – vor allem eine: der Schutz setzt grundsätzlich erst nach der Zustellung ein.
Ein SEG bietet demgegenüber einen bewährten, präventiven Schutz vor der Zustellung, granulare Kontrolle über Richtlinien und E-Mail-Fluss, Prüfung der Absenderreputation sowie weitgehende Unabhängigkeit vom jeweiligen Cloud-E-Mail-Anbieter – und schließt mit modernen Erweiterungen wie Click-Time-Protection und Verhaltens- beziehungsweise Musteranalyse zunehmend auch die Lücke zu kontextbasierten Angriffen, die früher als Domäne reiner API-Lösungen galt. Für Unternehmen, die E-Mail-Sicherheit ernst nehmen, sollte ein Secure Email Gateway daher die Grundlage bilden, nicht die Ausnahme. Eine API-basierte Lösung kann diese Basis sinnvoll um zusätzliche Sichtbarkeit in der internen Kommunikation ergänzen, sie aber nicht ersetzen.
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