Migration auf .NET 9
NoSpamProxy 16 basiert erstmals auf .NET 9, der Entwicklungsplattform von Microsoft. Das hat mehrere praktische Konsequenzen für Betrieb und Leistung von NoSpamProxy Server.
.NET 9 ist plattformübergreifend ausgelegt, so dass NoSpamProxy damit grundsätzlich auf verschiedenen Betriebssystemen betrieben werden kann, ohne an eine bestimmte Windows-Version gebunden zu sein. Für Umgebungen mit heterogener Infrastruktur oder langfristigen Betriebsplanungen ist das ein relevanter Faktor. Künftige Deployments können so zum Beispiel flexibler gestaltet werden; das NoSpamProxy-Team arbeitet aktuell bereits an an einer Unterstützung für Linux-Systeme.
Hinzu kommt, dass Microsoft das .NET-Framework im Jahrestakt als neue Hauptversion veröffentlicht; NoSpamProxy wird sich künftig an diesem Zyklus orientieren, was bedeutet, dass die Software regelmäßig auf einem aktuellen Framework-Stand bleibt. Das reduziert technische Schulden, vereinfacht die langfristige Wartung und stellt sicher, dass Sicherheitsupdates des Frameworks zeitnah einfließen können.
Darüber hinaus bringt .NET 9 messbare Performance-Verbesserungen gegenüber früheren Versionen, beispielsweise hinsichtlich Geschwindigkeit und Speichernutzung. Für eine E-Mail-Sicherheitslösung, die im laufenden Betrieb hohe Nachrichtenvolumen verarbeitet, wirkt sich das direkt auf Stabilität und Ressourceneffizienz aus. Die Migration auf .NET 9 stellt damit eine substanzielle Modernisierung des technischen Fundaments dar, auf dem alle weiteren Funktionen von NoSpamProxy aufbauen.
Verbesserte MIME-Typ-Erkennung
NoSpamProxy Server 16 erweitert die Erkennung von MIME-Typen im Inhaltsfilter deutlich. Neue und bisher schwer erkennbare MIME-Typen werden zuverlässiger identifiziert. Das sorgt für mehr Transparenz und Sicherheit, und die genauere Analyse von Dateianhängen unterstützt die Bewertung eingehender Nachrichten.
Hinweis zu bestehenden Konfigurationen
Durch die präzisere Erkennung kann es erforderlich sein, bestehende Einstellungen im Inhaltsfilter anzupassen. In der Vergangenheit wurden einige Dateitypen weniger spezifisch klassifiziert. Mit der neuen Erkennung werden diese nun genauer zugeordnet. Dadurch können bestehende Filterregeln unter Umständen nicht mehr wie gewohnt greifen.
Ein Beispiel: Bisher: CSV-Dateien wurden häufig als “text/plain” erkannt, werden jetzt aber korrekt als “text/csv” klassifiziert.
Wenn Ihre Filterregeln speziell auf bestimmte MIME-Typen abzielen, empfehlen wir, diese zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
OpenTelemetry-Integration
NoSpamProxy Server 16 unterstützt nun OpenTelemetry, den offenen und herstellerneutralen Standard zur Erfassung von Telemetriedaten wie Metriken, Traces und Logs.
Konkret bedeutet das: Der Weg einer E-Mail durch das System lässt sich detaillierter nachverfolgen. Wo bisher Protokollauswertungen oder manuelle Diagnose notwendig waren, können Traces automatisiert erfasst und in einem zentralen Monitoring-System ausgewertet werden. Das vereinfacht die Fehlerdiagnose erheblich und gibt Betreibern ein klareres, konsistenteres Bild des laufenden Betriebs – insbesondere in größeren Umgebungen, in denen NoSpamProxy Server als Teil einer umfassenderen IT-Infrastruktur betrieben wird.
Da OpenTelemetry ein weit verbreiteter Standard ist, profitieren Organisationen, die bereits eine entsprechende Monitoring-Infrastruktur betreiben, unmittelbar von der Integration. Die Wahl des konkreten Monitoring-Backends bleibt dabei vollständig flexibel und unabhängig von NoSpamProxy Server selbst.
Mit der Einführung von OpenTelemetry wird mittelfristig auch eine Ablösung der bisherigen Windows-Performance-Counter einhergehen. Diese werden in einer der kommenden Versionen durch OpenTelemetry ersetzt. Die Umstellung wird rechtzeitig angekündigt.
Reputationsfilter: Abweisen bei DMARC p=none
Der Reputationsfilter in NoSpamProxy Server 16 berücksichtigt, ob eine sendende Domäne die DMARC-Richtlinie p=none konfiguriert hat und bietet nun neue Handlungsoptionen.
DMARC ist ein E-Mail-Authentifizierungsstandard, der es Domänen ermöglicht, festzulegen, wie mit nicht authentifizierten Nachrichten verfahren werden soll. Die Richtlinie p=none bedeutet, dass DMARC zwar konfiguriert ist, aber keine durchsetzende Maßnahme greift – weder Quarantäne noch Ablehnung. Nachrichten werden in diesem Fall ungeachtet der Authentifizierungsergebnisse zugestellt. In der Praxis ist diese Konfiguration häufig ein Zeichen für eine unvollständige oder noch im Aufbau befindliche E-Mail-Konfiguration auf Absenderseite; sie kann aber auch ein Indiz für Domänen sein, die bewusst keine strengere Richtlinie einsetzen wollen.
NoSpamProxy Server 16 ermöglicht es nun, sich über den Wunsch des Absenders hinwegzusetzen und die E-Mail bei fehlgeschlagener DMARC-Prüfung trotz p=none abzuweisen. Damit schließt der Filter eine Lücke, die bislang einen verbreiteten Schwachpunkt in der Absendervalidierung darstellte, und ermöglicht eine differenziertere Behandlung eingehender Nachrichten nach den Wünschen und Vorgaben des Empfängers.
Weitere Änderungen
Neue Systemanforderung: SQL Server Express 2025
Ab NoSpamProxy Server Version 16 ist Microsoft SQL Server Express 2025 als Datenbankbackend erforderlich. Ältere Versionen des SQL Server Express werden nicht mehr unterstützt. Administratoren, die Version 16 einsetzen möchten, sollten die Datenbankumgebung vor der Migration entsprechend prüfen und gegebenenfalls aktualisieren. Eine frühzeitige Planung dieses Schritts wird empfohlen, um Verzögerungen beim Update auf NoSpamProxy Server 16 zu vermeiden.
TCP Proxy: Alte Variante wird entfernt
NoSpamProxy Server 16 setzt ausschließlich auf den neuen TCP Proxy. Der bisherige, ältere TCP Proxy wird mit dieser Version entfernt und steht nicht mehr zur Verfügung.
Sofern in Ihrer Umgebung noch der alte TCP Proxy im Einsatz ist, ist vor dem Update eine Migration auf den neuen TCP Proxy zwingend erforderlich. Systeme, die nach dem Update noch auf den alten Proxy konfiguriert sind, werden nicht korrekt funktionieren. Wir empfehlen daher, die Migration auf den neuen TCP Proxy frühzeitig in die Updateplanung einzubeziehen und vor dem eigentlichen Update auf NoSpamProxy Server 16 abzuschließen.
Hinweise und Ankündigungen
Setup-Blocker sind für folgende Systemkonfigurationen implementiert:
- SQL Server älter als 2016 Service Pack 1
- SQL Server Express älter als 2025
Geplante Änderungen in kommenden Versionen:
- SQL Server Standard/Enterprise-Versionen älter als 2019 werden zum Release von NoSpamProxy Server 16.2 abgekündigt. Umgebungen, die noch ältere SQL-Server-Versionen betreiben, sollten die Migration entsprechend einplanen.
- Windows Server-Versionen älter als 2019 werden zum 31. Dezember 2026 abgekündigt. Ab diesem Zeitpunkt wird NoSpamProxy Server auf älteren Windows-Server-Versionen nicht mehr unterstützt.
- NTLM-Authentifizierung wird durch Basic Authentication ersetzt. Bestehende Skripte, die NTLM verwenden, werden ab NoSpamProxy Server 16.1 nicht mehr funktionieren und müssen vor dem Update auf Version 16.1 angepasst werden.
- Performance Counter werden in einer der kommenden Versionen durch OpenTelemetry abgelöst. Der genaue Zeitpunkt wird rechtzeitig angekündigt.
Die neue Version von NoSpamProxy Server finden Sie unter Software-Download.
Eine Übersicht aller Änderungen finden Sie in den Release Notes.
Jetzt neue Version herunterladen!
Auf unserer Download-Seite finden Sie jederzeit die aktuellsten Versionen von NoSpamProxy Server. Führen Sie jetzt ein Update durch und profitieren Sie von höchster E-Mail-Sicherheit sowie den neuesten Funktionen.

