Auswahl von Zertifikaten für E-Mail-Verschlüsselung
Inhalt
Das Gateway für E-Mail Verschlüsselung und –Signatur enQsig® bietet die automatisierte Signatur und Verschlüsselung für E-Mail auf Basis des Standards S/MIME an.
Was sind Zertifikate?
Für das Signieren und Verschlüsseln werden
sogenannte „Zertifikate“ benötigt. Mit dem Begriff
„Zertifikat“ wird hier ein Schlüsselpaar aus
privatem und öffentlichem Schlüssel beschrieben. Das
„Zertifikat“ beinhaltet weiterhin Informationen über
seinen Eigentümer und die Vertrauenswürdigkeit des
Zertifikates.
Das Schlüsselpaar wird einer Person oder
Organisation zugeordnet. Der private Schlüssel wird
für das Signieren und Entschlüsseln von E-Mails
verwendet. Der öffentliche Schlüssel wird von
Kommunikationspartnern verwendet, um E-Mail
Signaturen auf ihre Gültigkeit zu prüfen und um
Antworten zu verschlüsseln.
Die Rolle der Trustcenter
Das Zertifikat wird von einem Trustcenter - einer
vertrauenswürdigen Organisation - ausgestellt und
bestätigt, dass der öffentliche Schlüssel zu einer
eindeutigen Person bzw. Organisation gehört. Das
Trustcenter überprüft bei der Ausgabe, den
Antragsteller auf seine Identität mittels
verschiedener Verfahren. Je nachdem wie streng diese
Prüfung ausfällt, werden Zertifikate der Klasse 1, 2
oder 3 ausgegeben. Bei der Klasse 1 wird nur eine
E-Mail an den Antragsteller verschickt, die dann
bestätigt werden muss. Bei Klasse 3 Zertifikaten
wird in Deutschland zur Identifizierung des
Antragstellers unter anderem das POSTIDENT-Verfahren
eingesetzt.
Damit Kommunikationspartner einer E-Mail Signatur
vertrauen, sollte diese mit einem „offiziellen“
Zertifikat signiert werden. „Offiziell“ bedeutet
hierbei, dass der E-Mail Empfänger dem ausstellenden
Trustcenter vertraut, d.h. sich darauf verlassen
kann, dass die Identität des Zertifikats-Eigentümers
genau geprüft wurde. Dieses „Vertrauen“ wird
erreicht, indem auf dem PC des Empfängers
vertrauenswürdige Trustcenter durch Ihre sogenannten
Root-Zertifikate hinterlegt sind. Mit dem
Betriebssystem Windows werden solche
Root-Zertifikate für einige Trustcenter bereits
ausgeliefert.
Dies ist z.B. für GlobalSign, SignTrust, TC
Trustcenter oder D-Trust gegeben. Natürlich kann ein
Kommunikationspartner auch anderen Trustcentern
vertrauen und diese in seinem PC hinterlegen. Dies
wird aber nur in Einzelfällen und über persönliche
Absprachen sinnvoll sein.
Verschiedene Zertifikatstypen
E-Mail Zertifikate werden immer für eine konkrete
E-Mail Adresse ausgestellt, d.h. genau genommen
benötigt jeder Anwender ein eigenes Zertifikat. Eine
Besonderheit sind Gateway-Zertifikate bzw.
Domain-Zertifikate, die z.B. auf die Adresse
gate@netatwork.de ausgestellt sind. Diese
Gateway-Zertifikate können für die Signatur aller
E-Mails einer E-Mail Domäne (z.B. netatwork.de)
verwendet werden.
Obwohl der Einsatz von Gateway-Zertifikaten
international standardisiert ist, können einige
E-Mail Clients diese nicht richtig verarbeiten und
erklären die damit erstellten Signaturen für
ungültig. Ebenso können diese E-Mail Clients nicht
auf Basis von Gateway-Zertifikaten verschlüsseln.
Beispielsweise melden Outlook Express und Windows
Live Mail Signaturen auf Basis eines
Gateway-Zertifikates als ungültig. Microsoft Outlook
stellt die Signatur als gültig dar, kann auf Basis
eines Gateway-Zertifikates aber nicht verschlüsseln.
Eine weitere Besonderheit sind Team-Zertifikate.
Diese sind auf E-Mail Adressen ausgestellt, die
nicht direkt einer Person zugeordnet sind, z.B.
vertrieb@netatwork.de. Hier handelt es sich vor
allem um eine kaufmännische Gestaltung der
Trustcenter. Technisch gleichen diese Zertifikate
Personenzertifikaten und können auch von den meisten
E-Mail Clients korrekt verarbeitet werden, da in
diesem Falle ja auch meist mit der gleichen
Absender-Adresse, wie im Zertifikate versandt wird.
Folgende Tabelle stellt dar, welche Möglichkeiten
sich dem Sender einer E-Mail bieten, abhängig von
der beim Empfänger eingesetzten Software. „Signatur“
bedeutet dabei, ob der Empfänger die Gültigkeit der
Signatur der E-Mail korrekt angezeigt bekommt
(grün=ja, rot=nein). „Verschlüsselung“ kennzeichnet,
ob der Empfänger in der Lage ist auf Basis der
erhaltenen Signatur verschlüsselt zu antworten.

Folgende Anbieter stellen E-Mail Zertifikate aus:
|
Anbieter |
Typen |
Klassen |
|
|
GlobalSign |
Person, Team, Gateway |
1,2,3 |
|
|
SignTrust |
Person |
2 (3) |
Zertifikatsanforderung integriert in Gateway-Produkte (enQsig) |
|
TC Trustcenter |
Person, Team, Gateway |
1, 2, 3 |
http://www.trustcenter.de |
|
D-Trust |
Person, Gateway |
2 |
http://www.d-trust.de |
|
Comodo CA Limited |
Person |
http://www.enterprisessl.com |
|
|
StartSSL |
Person (kostenfrei) |
1 |
https://www.startssl.com/?app=12 |
Die Kosten liegen beispielsweise für Zertifikate mit einem Jahr Laufzeit wie folgt:
| Bezeichnung | Klassen | Preis für 1 Jahr |
| Personen-Zertifikat | 1 | 12 EUR |
| Personen-Zertifikat | 2 oder 3 | 69 EUR |
| Team/Gateway-Zertifikat | 2 oder 3 | 196 EUR |
Globalsign, Stand 2/2011, zzgl. MwSt.
Fazit
In der Praxis sind Gateway-Zertifikate
kostengünstiger und einfacher zu verwalten und
funktionieren gut mit Partnern, die auch eine
Gateway-Verschlüsselungslösung einsetzen. Wird viel
mit Einzelpersonen oder Kleinunternehmen
kommuniziert, können zusätzlich Personenzertifikate
notwendig sein.
Wird mit sogenannten Sammel-E-Mail-Adressen
gearbeitet, können Team-Zertifikate sinnvoll oder
notwendig sein.
Alle Zertifikatstypen können mit enQsig gemischt
eingesetzt und über das Regelwerk für die
entsprechende Verwendung konfiguriert werden.
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Dokumente
- Whitepaper: Auswahl von
Zertifikaten für E-Mail-Verschlüsselung
(PDF, 421 KB)
Kontaktmöglichkeiten
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+49 5251 304-616
